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Ein Reifendruckmessgerät auswählen

Ablesbarkeit, Anschluss und überprüfbare Genauigkeit zählen mehr als die Zahl der Nachkommastellen.

Analoges Reifendruckmessgerät mit Schlauchanschluss
Bild: Antti · CC BY 2.0 · Für das Web verkleinert

Zuerst die eigene Messsituation klären

Ein Messgerät für die heimische Garage muss an die Ventile des eigenen Autos passen. Schmale Speichenöffnungen, tiefer liegende Ventile oder Radabdeckungen können einen geraden Anschluss unhandlich machen. Prüfen Sie deshalb Form und Länge des Messkopfs, nicht nur den Messbereich auf der Verpackung. Ein Gerät, das sich schlecht ansetzen lässt, produziert auch bei guter Elektronik leicht Bedienfehler.

Überlegen Sie außerdem, ob nur gemessen oder auch befüllt werden soll. Ein kleiner Handprüfer lässt sich unabhängig von einem Kompressor verwenden. Ein Füllgerät verbindet dagegen Messung und Luftzufuhr. Bei einem tragbaren Kompressor zählen zusätzlich Stromversorgung, Schlauchlänge und die Herstellergrenzen für die Betriebsdauer. Diese Eigenschaften bestimmen die Handhabung, nicht automatisch die Messgenauigkeit.

Auflösung ist nicht Genauigkeit

Eine Digitalanzeige mit zwei Nachkommastellen wirkt präzise, kann aber trotzdem vom tatsächlichen Druck abweichen. Suchen Sie nach einer angegebenen Genauigkeit beziehungsweise Messabweichung im relevanten Bereich und nach Informationen zur Überprüfung. Auch analoge Geräte können gut funktionieren, wenn Skala, Mechanik und Anschluss geeignet sind.

Lesen Sie die Einheit deutlich ab. Bar, kPa und psi dürfen nicht verwechselt werden. Bei Geräten mit umschaltbaren Einheiten sollte die gewählte Einstellung nach dem Einschalten erkennbar sein. Eine beleuchtete Anzeige hilft im Dunkeln, ersetzt aber keine korrekt gelesene Drucktabelle. Die benötigten Sollwerte liefert weiterhin das Fahrzeug, nicht das Messgerät.

Wiederholbar messen

Setzen Sie den Anschluss mehrmals sauber auf denselben kalten Reifen, ohne unnötig viel Luft entweichen zu lassen. Stark schwankende Ergebnisse können auf einen undichten Anschluss oder einen Bedienfehler hinweisen. Ein reproduzierbarer Wert ist hilfreich, beweist für sich genommen aber noch keine absolute Genauigkeit. Lassen Sie ein zweifelhaftes Gerät mit einer geeigneten Referenz vergleichen.

Wenn zwei Geräte voneinander abweichen, mitteln Sie die Werte nicht einfach. Eines oder beide können falsch anzeigen; ein Mittelwert hat dadurch keine gesicherte Aussagekraft. Prüfen Sie zunächst Einheit, Messbedingungen, Sitz des Anschlusses und gegebenenfalls den Batteriezustand. Bleibt die Abweichung bestehen, ist eine fachliche Überprüfung sinnvoll.

Ein Messgerät braucht ebenfalls Pflege

Bewahren Sie es sauber und trocken auf und schützen Sie Anschluss und Anzeige vor Stößen. Folgen Sie den Angaben zu Lagerung, Batteriewechsel und Kalibrierung. Ein gefallenes Gerät sollte nicht allein deshalb weiter als zuverlässig gelten, weil das Display noch leuchtet. Halten Sie in einem Druckprotokoll fest, wenn das verwendete Messgerät gewechselt wurde; so werden spätere Sprünge nicht vorschnell als Reifenproblem interpretiert.

Quellen und weitere Informationen

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