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Profiltiefe an mehreren Stellen messen

Ein einzelner Messpunkt kann örtlichen Verschleiß übersehen. Entscheidend sind mehrere Stellen rund um den Reifen und über das Profil.

Digitales Profiltiefenmessgerät
Bild: Fahi · CC BY-SA 3.0 · Für das Web verkleinert

Mit einem geeigneten Messgerät beginnen

Ein Profiltiefenmessgerät macht die verbleibende Rillentiefe als Zahl ablesbar. Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob der Messstift frei beweglich ist und das Gerät entsprechend seiner Anleitung auf null steht. Schmutz oder ein Stein in der Rille kann den Wert verfälschen. Entfernen Sie lose Verunreinigungen vorsichtig, ohne einen fest im Reifen steckenden Fremdkörper herauszuziehen.

Messen Sie am sicher abgestellten Fahrzeug. Für schlecht erreichbare Stellen darf das Auto nur kontrolliert umpositioniert werden; niemals während einer Messung bewegen lassen. Greifen Sie nicht unter ein ungesichert angehobenes Fahrzeug. Ist die innere Seite nicht sicher erreichbar, kann ein Betrieb die vollständige Kontrolle am angehobenen Fahrzeug übernehmen.

Mehrere Rillen und Umfangsstellen

Setzen Sie die Auflage des Geräts auf die Profiloberfläche und führen Sie den Stift in eine geeignete Hauptrille. Messen Sie nicht auf einem erhöhten Verschleißanzeiger in der Rille. Wiederholen Sie die Messung an mehreren Stellen des Umfangs sowie an unterschiedlichen Positionen über die Lauffläche. Ein einzelner schöner Wert in der Mitte sagt wenig über eine stärker abgenutzte innere Schulter.

Notieren Sie die Werte pro Rad und Position, etwa innen, Mitte und außen. Der niedrigste relevante Wert ist für die Beurteilung wichtiger als ein beruhigender Durchschnitt. Wenn eine Seite auffällig stärker abgetragen ist, dokumentieren Sie das Muster und lassen Sie seine Ursache prüfen. Neue Reifen allein lösen einen zugrunde liegenden Fahrwerksfehler nicht.

Gesetzliche Grenze und Nutzungsplanung trennen

Für gewöhnliche Pkw-Reifen in Deutschland verlangt §36 StVZO mindestens 1,6 Millimeter im Hauptprofil über den gesamten Umfang. Das Hauptprofil umfasst die breiten Rillen im mittleren Bereich von ungefähr drei Vierteln der Laufflächenbreite. Diese gesetzliche Mindestanforderung ist nicht mit einer Zusicherung gleicher Leistung bis zum letzten zulässigen Millimeter zu verwechseln.

Für die persönliche Wechselplanung spielen Einsatz, Jahreszeit und bevorstehende Fahrstrecke eine Rolle. Die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und abzuleiten, verändert sich mit dem Verschleiß. Empfehlungen von Fachorganisationen können deshalb über der gesetzlichen Grenze liegen. Kennzeichnen Sie solche Empfehlungen als Empfehlungen und vergleichen Sie sie nicht mit einer abweichenden Landesvorschrift, als wäre beides dieselbe Art von Angabe.

Profiltiefe ist nur ein Teil des Zustands

Ein Reifen mit ausreichend tiefen Rillen kann trotzdem durch eine Beule, Risse, einen Fremdkörper oder innere Schäden unbrauchbar sein. Fügen Sie zur Messung eine Sichtkontrolle hinzu. Eine auffällige Stelle sollte fotografiert und fachlich beurteilt werden. Sichtbare Karkassenteile oder ein struktureller Schaden sind kein Anlass, noch bis zur nächsten normalen Wechselperiode zu warten.

Bewahren Sie die Messwerte mit Datum und Kilometerstand auf. Bei der nächsten Kontrolle wird erkennbar, ob der Verschleiß gleichmäßig fortschreitet. Nach einem Radtausch muss die Zuordnung aktualisiert werden; sonst scheint der Verschleiß plötzlich von einer Position zur anderen zu springen. Ein einfaches, korrekt geführtes Protokoll ist nützlicher als viele unbeschriftete Fotos.

Quellen und weitere Informationen

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