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Reifendruck am kalten Reifen messen

Der passende Zeitpunkt verhindert, dass Wärme die Druckkontrolle verfälscht. Entscheidend bleiben die Werte für das eigene Fahrzeug.

Druckmessgerät am Autoreifenventil

Vor der ersten Fahrt messen

Am einfachsten lässt sich der kalte Reifendruck morgens prüfen, bevor das Auto gefahren wird. Kalt bedeutet hier nicht, dass draußen Winter herrschen muss. Gemeint ist ein Reifen, der durch die Fahrt noch nicht erwärmt wurde und sich weitgehend an die Umgebungstemperatur angeglichen hat. Ein in der Sonne aufgeheiztes Rad ist deshalb kein besonders guter Ausgangspunkt für einen Vergleich mit dem Kaltwert.

Nach einer längeren Fahrt brauchen die Reifen Zeit zum Abkühlen. Michelin nennt für seine allgemeine Anleitung eine Standzeit von mindestens zwei Stunden beziehungsweise nur eine sehr kurze Fahrt bei niedriger Geschwindigkeit. Maßgeblich bleiben ergänzende Hinweise des Fahrzeugherstellers. Wer direkt vor der Haustür misst, umgeht die Frage, wie stark die Fahrt zur Tankstelle den Messwert bereits beeinflusst hat.

Den Zielwert vor dem Anschließen bestimmen

Lesen Sie die Drucktabelle am Fahrzeug oder in der Betriebsanleitung. Prüfen Sie dabei die montierte Reifengröße, Vorder- und Hinterachse sowie die vorgesehene Beladung. Fotografieren Sie die passende Tabellenzeile, wenn die Beschriftung beim Rundgang um das Auto nicht sichtbar bleibt. So wird aus vier Einzelmessungen keine Gedächtnisaufgabe.

Die Zahl auf der Reifenflanke ist nicht der fahrzeugspezifische Sollwert. Ebenso wenig lässt sich aus dem Fahrzeugtyp allein ein allgemeiner Wert ableiten. Zwei ähnlich große Autos können andere Vorgaben haben. Achten Sie außerdem auf die Einheit: Eine Anzeige in psi darf nicht mit einer Tabellenangabe in bar verglichen werden, ohne korrekt umzurechnen.

Eine ruhige Messung an jedem Rad

Schrauben Sie die Ventilkappe ab und setzen Sie den Anschluss gerade auf das Ventil. Ein kurzes Zischen beim Aufsetzen kann vorkommen; anhaltendes Entweichen von Luft zeigt dagegen, dass die Verbindung noch nicht dicht sitzt. Lesen Sie erst nach einem stabilen Anschluss ab. Notieren Sie den ursprünglichen Messwert, bevor Sie Luft nachfüllen oder den kalten Druck entsprechend der Fahrzeugvorgabe korrigieren.

Gehen Sie in einer festen Reihenfolge um das Fahrzeug und prüfen Sie alle vier Räder. Eine zweite Messung nach dem Einstellen hilft, Bedienfehler zu erkennen. Anschließend die Ventilkappen wieder aufsetzen. Ein vorhandenes Reserverad gehört ebenfalls zur regelmäßigen Kontrolle, benötigt aber möglicherweise einen eigenen Sollwert.

Was ein abweichender Wert bedeutet

Sind die Reifen bereits warm, lassen Sie keine Luft ab, nur um den angegebenen Kaltwert zu erreichen. Kontrollieren Sie erneut unter geeigneten Bedingungen. Ein einzelnes Rad, das bei vergleichbaren Messungen wiederholt Druck verliert, verdient eine Untersuchung auf Undichtigkeiten; bloßes Nachfüllen erklärt die Ursache nicht.

Bei einem sichtbar platten Reifen, einer Beule oder deutlich verändertem Fahrverhalten ist die normale Kontrollroutine nicht ausreichend. Nicht weiterfahren, sondern eine sichere Lösung mit Pannenhilfe oder Fachbetrieb organisieren. Ein Reifendruckkontrollsystem unterstützt die Überwachung, ersetzt aber die regelmäßige Messung nicht.

Quellen und weitere Informationen

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